Projektrahmen
In zwei Jahren zur Bildungs-Kita
Am rund zwei Jahre dauernden Projekt «bildungskrippen.» nehmen 12 Kindertagesstätten aus der deutschen Schweiz teil. Im Verlauf des Projektes erweitern die Einrichtungen ihre Grundlagen- und Praxiskompetenzen und verändern die Schwergewichte ihrer Arbeit. Ins Zentrum rückt das einzelne Kind, seine Entwicklung und Bildung. Die Erzieherinnen werden befähigt, Kinder zu beobachten, Entwicklungsschritte zu erkennen und den Kindern gezielte Anregungen und Spielmöglichkeiten zu offerieren. Das Projekt geht dabei von einem offenen und ganzheitlichen Bildungsbegriff aus und stützt sich auf Forschungsergebnisse aus der Neurobiologie und Entwicklungspsychologie, die zeigen, dass Kinder von Beginn weg aktiv und lernende Wesen sind, die ihren eigenen Bildungsweg wesentlich mitsteuern. Bildung heisst also nicht frühe Schulung, sondern die Bereitstellung eines Rahmens mit verlässlichen Beziehungen und einem stimulierenden und erfahrungsreichen Umfeld, das den Kindern ermöglicht, von Beginn an eigene Interessen zu verfolgen und bedeutende Lernerfahrungen zu machen.
Weiterbildung, Coaching und Umsetzung
Kernstück des Projektes sind einerseits Weiterbildungsmodule, in denen die zentralen Inhalte und Instrumente vermittelt werden und andererseits ein Coaching, das die Betriebe bei der Umsetzung unterstützt. Im Laufe des Projektes entwickeln sich die Krippen zu lernenden Organisationen und erfüllen damit eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung und Sicherung von pädagogischer Qualität.
Infans-Konzept der Frühpädagogik als Grundlage
Das Projekt stützt sich auf das Wissen und die Erfahrung des Instituts Infans aus Berlin, das seit über 10 Jahren vergleichbare Projekte in Deutschland durchführt. In enger Zusammenarbeit mit Infans entsteht ein «Schweizer Modell» für Bildungskrippen, welches den Besonderheiten unseres Landes Rechnung trägt, wie zum Beispiel der hohen Anzahl der betreuten Kleinstkinder oder der Tatsache, dass die meisten Kinder nur teilzeitig in der Krippe betreut werden. Die interne Evaluation des Projektes wird durch Infans vorgenommen. In Workshops werden die Erfahrungen aus der Praxis aufgenommen und in den laufenden Prozess einbezogen.
Ergebnisse werden weitergegeben
Nach Abschluss des Projektes wird das modifizierte Modell mit den dazugehörenden Arbeitsmaterialien und den Instrumenten allen interessierten Einrichtungen zugänglich gemacht. Die am Projekt «bildungskrippen.ch» beteiligten Einrichtungen dienen als Modellkrippen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Praxis weitergeben und damit weitere Kindertagesstätten für die Umsetzung der Bildungsidee gewinnen. Damit nehmen sie eine Vorreiterrolle in der familienergänzenden Kinderbetreuung in der Schweiz ein.
