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Fachliche Leitung

Infans

Infans wurde 1988 von dem Soziologen Hans-Joachim Laewen und der Erziehungswissenschaftlerin Beate Andres gemeinsam mit einer Gruppe von ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Absolventinnen des Arbeitsbereichs Kleinkindpädagogik der Freien Universität Berlin gegründet.

infans arbeitet seitdem als selbständiges wissenschaftliches Institut und freier Träger der Jugendhilfe im Bereich der öffentlichen Tagesbetreuung von Kindern.
Die in dieser Struktur angelegte Verknüpfung von Forschung mit einem komplexen Praxisfeld prägte von Beginn an die Arbeit des Instituts. In ihrem Zentrum steht das Bemühen, international vorhandenes Forschungswissen für die pädagogische Arbeit insbesondere in Kindertageseinrichtungen verfügbar zu machen und umgekehrt Fragestellungen zu drängenden Problemen der praktischen Arbeit in Kindereinrichtungen in Forschungsvorhaben aufzugreifen.

Auf dieser Grundlage erarbeitet infans in enger Kooperation mit Fachleuten aus den Administrationen und aus pädagogischen Einrichtungen Modelle für eine Verbesserung der Lebens- und Entwicklungsbedingungen von Kindern in Tageseinrichtungen. Zugleich hält infans Kontakt zu den Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik gehalten.

Die Grundlagen des Infans-Konzepts

Das infans -Konzept stellt den in der Bundesrepublik Deutschland zur Zeit am weitesten entwickelten Handlungsrahmen zur Verfügung, der strukturelle Merkmale von Kindertageseinrichtungen ebenso betrifft wie Form und Inhalt der alltäglichen pädagogischen Arbeit. Das Konzept stützt sich auf die im Bundesmodellprojekt «Bildung in der Kindertageseinrichtung» entwickelte Klärung der Begriffe Bildung und Erziehung und gliedert sich in fünf Module, wobei die ersten vier Module das konkrete Vorgehen hinsichtlich der Inhalte und Methoden beschreiben, die der pädagogischen Arbeit ihre neue Qualität verleihen. Das fünfte Modul enthält Hinweise zu den organisatorischen Rahmenbedingungen, u. a. zu Fragen des Zeitmanagements, der Kooperation im Team, Leitungsaufgaben und die Unterstützung durch den Träger.

Im Zentrum der Module steht die Herausforderung, in Kindertageseinrichtungen eine neue und dem Stand der gesellschaftlichen Entwicklung angemessene Pädagogik der frühen Jahre zu gestalten. Die Formulierung von verbindlichen Erziehungszielen steht am Beginn der Arbeit. Ein Für die Beobachtung der Kinder, ihre Dokumentation und Auswertung wird ein differenziertes Instrumentarium zur Verfügung gestellt. Im Zentrum des pädagogischen Handelns stehen die «Zumutung von Themen», die sich ihrerseits an den Erziehungszielen orientieren, und die «Beantwortung von Themen» der Kinder. Die Dokumente der pädagogischen Arbeit werden in einem Portfolio zusammengeführt, das für jedes Kind angelegt wird und dessen Inhalt beim Ausscheiden des Kindes aus der Kindertageseinrichtung an die Eltern weitergegeben wird. Zugleich wird die Arbeit u. a. über fachlich kommentierte Fotodokumentationen, die in der Einrichtung für alle zugänglich sind, nach außen transparent gemacht.

Die so genannten «Kernelemente» des Konzepts dienen der Orientierung und sollten nicht als eine Sammlung von Rezepten angesehen werden, die abgearbeitet werden müssten. Eine knappe Zusammenfassung der Grundlagen und des Vorgehens enthält der Beitrag von Laewen und Andres in dem im Cornelsen-Verlag erschienenen Buch «Bildung und Lerngeschichten im Kindergarten» (Neuß, Hrsg., 2007).